Prima Idee!

10. Januar 2010

Sozialfirmen: Soziales Engagement im privatwirtschaftlichen Umfeld

Autor: Martin Sauter | Kategorie: Gesellschaft,Sozialfirmen,Swiss made

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Manche haben zu viel davon, viele zu wenig: Arbeit ist ungleich verteilt. Effizienzdruck, Finanzmarktkrise und globalisierte Märkte haben die Arbeitslosenquote auch in der Schweiz kräftig ansteigen lassen. Wer schlechter qualifiziert, weniger belastbar oder einfach nur älter ist, rutscht rasch in die Langzeitarbeitslosigkeit, wird ausgesteuert und zum Sozialfall.

Das dient niemandem, und so etabliert sich langsam aber sicher eine neue Kategorie von Unternehmen, welche soziales Engagement mit unternehmerischem Handeln verbinden. Sie fokussieren nicht auf den ROI (Return on Investment), sondern auf den SROI (Social Return on Investment). Für ihre gesellschaftlich sinnvolle Leistung werden sie teilweise durch die öffentliche Hand unterstützt, funktionieren ansonsten aber nach betriebswirtschaftlichen Prinzipien.

Sozialfirmen nennt man solche Unternehmen, und die grösste hierzulande ist die Dock-Gruppe (ehem. Stiftung für Arbeit). An den Standorten St. Gallen, Arbon, Winterthur und Zürich bietet sie Industrie und Gewerbe einfache unterstützende Arbeiten an, beispielsweise in den Bereichen Montage, Qualitätskontrolle, Umkonfektionierung oder Recycling. Langzeitarbeitslose erhalten hier eine Chance, wieder in der Arbeitsprozess einzusteigen, wobei ein Stufenmodell Rücksicht auf die individuelle Leistungsfähigkeit nimmt.

Auf dem Platz Zürich gibt es aber auch verschiedene andere Betriebe, wo Menschen mit Handicaps eine Chance erhalten. Der Verein Zürcher Eingliederung etwa betreibt am Hottingerplatz das Vier Linden, eine Kombination aus Bioladen, Reformhaus, Bäckerei und Imbisslokal. Das Behindertenwerk St. Jakob bietet 400 IV-Bezügern Arbeitsplätze in den Bereichen Gartenpflege, Schreinerei oder Gastronomie. Der Verein Arbeitskette betreibt mehrere Restaurants, etwa das Brunegg an der Brunaustrasse oder den Limmathof im Kreis 5. Auch das Designerhotel Lady’s First im Seefeld ist zugleich ein Integrationsprojekt, und das nahegelegene Restaurant Blinde Kuh sowieso.

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