8. Mai 2011
Private Parkplätze mitbenutzen: Parkingmate macht’s möglich
Autor: Martin Sauter | Kategorie: Internet & Informatik,Mobilität,Swiss made
Ist es nachhaltig, wenn man es Autofahrern erleichtert, einen freien Parkplatz zu finden? Nein, wenn man den motorisierten Privatverkehr generell als eine nicht nachhaltige Form der Fortbewegung betrachtet. Ja, wenn man davon ausgeht, dass Autos zu unserer täglichen Realität gehören und dass es sinnvoll ist, wenn diese möglichst wenig Parkplatz-Suchverkehr erzeugen und die wenigen Parkplätze möglichst gut auslasten.
Nachhaltigkeit steht bei Parkingmate nicht im Vordergrund – das unterscheidet die Plattform beispielsweise von PolyPort, einem anderen Schweizer Startup im Verkehrsbereich. Parkingmate will Autofahrern ganz einfach den Zugang zu einem privaten Parkplatz an einem beliebigen Zielort ermöglichen. Trotzdem kann man Parkingmate auch unter dem Nachhaltigkeitsaspekt betrachten, denn die effiziente Nutzung von knappen Ressourcen ist ein Grundanliegen von Sustainability.
Das Ganze funktioniert nach dem Community-Prinzip: Wer seinen eigenen Parkplatz zur Verfügung stellt, darf dafür einen anderen mitbenutzen. Wer keinen eigenen Parkplatz in den Pool einbringen kann, darf zwar ebenfalls fremde Parkplätze mitbenutzen, zahlt aber mehr. Die Preise werden vom System aufgrund von Angebot und Nachfrage berechnet – begehrte Plätze sind also teurer, und wer nur einen Parkplatz am Dorfrand von Hinterpfupfikon beisteuert, zahlt drauf, wenn er seinen Wagen im Zürcher Seefeld abstellen möchte.
Wie bei vielen Online-Plattformen steht und fällt das Konzept mit der kritischen Masse. Wer momentan in Zürich einen Parkplatz sucht, findet nur gerade vier Angebote – in Aarau und Bern gibt es im Moment noch kein einziges Angebot. Allerdings wurde Parkingmate erst gerade lanciert – was nicht ist, kann also noch werden.